Erkrankt an Gesundheit

4. Kritische Betrachtung des Weltbildes

4.1 Maskierung: Pseudo-Bruder Jim

Betrachtet man Humbles Weltbild genauer, so fallen viele negative Aspekte und Unstimmigkeiten auf. Im Weiteren werden nur einige davon exemplarisch skizziert.

Besonders auffallend ist, dass Humble einerseits sein okkultes Weltbild preisgibt, andererseits aber dieses in der Regel maskiert. Um nur ein Beispiel zu nennen. In seinem Buch MMS: Der Durchbruch (eng. Breakthrough. The Miracle Mineral Supplement of the 21t Century), das von seinen Anhängern als Bestseller gefeiert wird, zitiert Humble einige Briefe christlicher Missionare in Afrika, die ihm beim Ausprobieren von MMS geholfen haben. Im Buch werden einige Briefe wiedergegeben. In einem dieser Briefe wird Humble sogar Bruder genannt.1 Doch auch zu dieser Zeit war Humble ein praktizierender Okkultist. So erzählt er in einem Interview mit Nexus-Magazin, wie er in Afrika schließlich von Missionaren abgelehnt wurde, weil er durch Berührungen mit Händen (vermutlich seine Touch-Healing-Methode) zu heilen versuchte.2 Dieses Vorgehen war im wahrsten Sinne des Wortes okkult, also geheim und verborgen. Dass er sich für einen der Götter der Andromeda-Galaxie hält, hat er den Missionaren offenbar verschwiegen. Wenn Humble also den Christen Unehrlichkeit vorwirft,3 so spielt er selber ein Doppelspiel.

Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für Humbles Genesis II Sekte, die nach außen als eine gemeinnützige Organisation auftritt. Ihr okkulter Hintergrund wird meistens mit keinem Wort erwähnt, als würde es nur um Gesundheit und heilende Produkte gehen. Besonders auffällig ist dieses Phänomen im deutschsprachigen Raum. So wird auf den Covers der deutschsprachigen Bücher von Humble oft auf okkulte Symbole verzichtet, etwa den für Humble charakteristischen Hut mit dem blauen Stein Larimar, welcher als der heilige Stein der Genesis II Sekte gilt.4

Auch Humbles Versuch sein Weltbild für eine reine Fiktion auszugeben, die lediglich in seinem Kopf ist, bleibt eine strategische Tarnung. Humbles Geschichte der Erde, ist auf seinen Webseiten nicht zu finden. Sein gleichnamiges Video entfernte er von YouTube, damit es – wie er schreibt – nicht gegen ihn verwendet wird.5 Wahrscheinlich sind die Inhalte dieses Videos mit seiner Erleuchtung deckungsgleich. Das bestätigt ein ganz kurzer Ausschnitt aus diesem Video, das der Fernsehsender ABC zu haben scheint.6 Hier behauptet Humble von einer anderen Galaxie auf die Erde bzw. in die Milchstraße-Galaxie gekommen zu sein. Humble versucht also immer wieder seine Weltanschauung zu vertuschen. Wenn sie dennoch an die Öffentlichkeit kommt und seine Sekte deswegen kritisiert wird, so versucht er dieses Weltbild zu relativieren, indem er beispielsweise in der Geschichte der Erde behauptet: „Es kann alles Fiktion sein“, die sich in seinem Kopf abspielt.7 Auch auf der Buchrückseite der englischsprachigen Erleuchtung schreibt er, dass dieses Buch nichts mit Genesis II Sekte zu tun hat, sondern seine persönliche Meinung ist.8 Doch gleichzeitig schreibt er, dass fast alle MMS-Kurs-Teilnehmer sich an das „Versprechen vor Millionen von Jahren, jetzt hier zu sein“ erinnert haben.9 Er behauptet sogar in einem Newsletter: „Wenn sie diesen Newsletter lesen, stehen die Chancen zu 99,8 %, dass sie einer von uns sind, und es ist Zeit, um zu kommen und MMS-Protokolle zu lernen“10. (Es bleibt unklar, warum eine fast hundertprozentige Wahrscheinlichkeit angegeben wird, obwohl es nur eine Million Götter geben soll.) Damit widerspricht Humble seiner strategischen Darstellung der eigenen Weltanschauung als eine Fiktion, die eventuell nur in seinem Kopf ist. Humbles Weltbild ist ein fester Bestandteil seiner Sekte. Deshalb ist bei seinem okkulten Selbsterlösungsmodell der Aspekt der außerirdischen Götter immer zu bedenken.

NOTIZ: Genesis II führt MMS-Seminare durch, in welchen MMS-Protokolle bzw. sog. Sakramente der Sekte gelehrt werden.

Beim genaueren Hinschauen enthüllt sich Humble als ein Pseudo-Bruder, der nicht nur kein Christ ist, sondern das Christentum aufs Schärfste kritisiert, sich Blasphemie erlaubt, die Lehre von okkulter Erleuchtung verbreitet und seine Weltanschauung teilweise als eine Fiktion zu tarnen versucht.

4.2 Okkulte Bezüge: Scientology, Aliens und Spiritisten

Humbles Informationsquellen sind fraglich, weil sie nicht überprüfbar und okkult sind. So haben z. B. seine Vorstellungen von Reinkarnation und Erinnerung an frühere Leben viele Gemeinsamkeiten mit Ideen von Scientology. Scientologen gehen davon aus, dass die Toten im Zwischenzustand ein sogenanntes Implantat des Vergessens bekommen.11 Auch laut Humble bekommen die Toten im Himmel ein Implantat, das sie zurück auf die Erde führt und alle Erinnerung auslöscht. Sowohl Humble als Scientologen halten es jedoch für möglich, sich an frühere Leben zu erinnern.

NOTIZ: Es gibt viele Parallelen zu Scientology: Der Mensch könne z. B. sich durch eigene Kraft heilen und (wieder) Gott werden.

Wenn Humble über die Götter der Andromeda-Galaxie erzählt, spricht er außerdem über Aliens. Er bezieht sich auf seinen längst verstorbenen Freund Ray Tibbets, der – so Humble – ein Gelehrter war und Artefakte besaß, die mehr als drei Millionen Jahre alt waren. Anhand seiner Befunde sollte dieser in einem Buch gezeigt haben, dass die alten Zivilisationen der Menschheit im dritten Millennium das Erreichen einer höheren Ebene vorhersagten. Humble behauptet dieses Buch gelesen zu haben, bevor der Freund starb und sein Buch verschwand.12 Als Humble mit ihm sprach, sah er angeblich im Geist Bilder, Erinnerungen wurden deutlicher.13 Irgendwann später sollte Humble bei Aliens gelandet sein, wo ihm in sein Herz und Hände etwas mit abgespeicherten Daten implantiert wurde. Erst zehn Jahre später konnte er sich daran erinnern. Wie Humble erzählt, konnte mit Hilfe von Scientologen ein großer Teil des Wissens rekonstruiert werden.14 Wahrscheinlich mein Humble eine sogenannte Auditing-Sitzung, die für alle Scientologen verpflichtend ist. In dieser Sitzung wird versucht negative Erlebnisse (Engrammen) mit Hilfe eines Elektrometers (vergleichbar mit einem Lügendetektor) zu verarbeiten, indem durch die Freischaltung der reaktiven Gedächtnisbank an frühere Leben erinnert werden soll.15 In Los Angeles, wo Humble lebte, gibt es viele Kurse von Scientology, die dort auch ihr internationales Hauptquartier haben.

Humble bezieht sich oft auf eigene okkulte Erinnerung: „Ich erinnere mich an die vorigen hunderttausende von Jahren ziemlich gut“16. Seiner Meinung nach gehört es jedoch zum Spiel, dass nur einige sich beispielsweise an die Erschaffung des Universums erinnern können.17 Was wiederum eine objektive Überprüfung dieser Informationen unmöglich macht. Obwohl es laut seinem Wahrheits-Paragraphen nur das wahr ist, was sich beweisen lässt.18 Humble versucht aber dieses Dilemma zu umgehen, indem er beispielsweise sagt: „Wir müssen über Wahrheit nicht bis zum Erbrechen diskutieren“19.

Es ist kein Zufall, dass Humble sein geheimes Wissen von Aliens bekommen haben soll und darüber im bereits zitierten Interview mit Bill Ryan gefragt wird. Denn Ryan hat die Website Serpo gestartet, die „über eine angebliche Enthüllung eines Austauschprogramms zwischen Aliens und den USA berichtet“20. Er ist einer der Gründer des Projektes Camelot und leitet seit 2010 das Projekt Avalon, das sich ebenfalls den Verschwörungstheorien widmet.21 Ryan erzählt außerdem, dass er 1990 ein Entführungserlebnis hatte, d. h. von Außerirdischen entführt wurde, und dass hinter den Kulissen unsere Erde von Aliens beherrscht wird. Er spricht auch über das unendliche Bewusstsein, Karma und Ähnliches.22 Nicht zufällig werden auf der Camelot-Webseite zwei Fotos von seinem Interview mit Humble gezeigt, die nicht weiter kommentiert werden, außer dass zwei weiße Kugeln vor dem Mund von Ryan und Humble schweben und die Kugel auf dem Gruppenfoto lebendig sei.

NOTIZ: „Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“ 2. Kor. 11,14

Wenn Humble in seiner Erleuchtung über die Liebe als ein Mittel zum Zweck spricht, weil sie das Negative (in uns) überwinden helfe, bezieht er sich auf Spiritisten. So zitiert er aus einem Buch, das seiner Meinung nach das größte zeitgenössische Werk ist. Ohne den Autor und das Werk anzugeben, zitiert er aus Power vs. Force. The Hidden Determinants of Human Behavior (Die Ebenen des Bewusstseins) des Spiritisten David Ramon Hawkins. Dabei betont er erneut, dass seine Ideen nicht nur Theorie bleiben sollen, sondern dass der Mensch sich um die praktische Ebene kümmern soll, also die praktische Erleuchtung anstreben muss. Trotz Humbles Abgrenzung von Hawkins, haben beide diverse Gemeinsamkeiten: Sie schreiben über Integrität und vor allem über Erleuchtung, die sie auf einer Skala ganz oben platzieren.23

Humbles Informationsquellen sind also nicht überprüfbar und okkult: Es sind verstorbene Freunde mit ihren verschwundenen Büchern, Humbles Erinnerungen an frühere Leben, Spiritisten und Implantate von Aliens, die von Scientologen entziffert sein sollten.

4.3 Widersprüche: Chaotischer Kosmos

Humbles Weltbild ist schwer zu beschreiben, weil es viele Widersprüche beinhaltet. Allein in Erleuchtung gibt es viele widersprüchliche Behauptungen, die durch andere Schriften Humbles noch verwirrender werden. Abgesehen davon, dass die Erleuchtung schlecht strukturiert ist, wird das Verstehen dieser Schrift durch viele undefinierte und synonym gebrauchte Begriffe enorm erschwert, bis unmöglich gemacht. Oft schreibt Humble folgendermaßen: „Diese Identitäten, oder Gemüter, oder Seelen, oder Geister, oder wie auch immer sie diese nennen wollen, sie kommen in die ätherische Ebene oder kehren zurück, um einen Körper zu nehmen“24. In diesem Satz gebraucht Humble vier Begriffe, wobei allein das englische mind im Original mehrere Bedeutungen haben kann. Noch verwirrender wird es, wenn er gleichzeitig die menschliche Seele als nicht bewiesen ansieht.25 Das heißt wenn auch in vorhergehenden Kapiteln Humbles Weltbild wiedergegeben wurde, so bleibt dieses Unterfangen nur bedingt möglich, weil seine Begriffe und Aussagen oft vieldeutig sind. So gebraucht Humble beispielsweise den Begriff „Gott“ sowohl für Gott der Bibel als auch für den unpersönlichen Gott, der seiner Meinung nach einzelne Spieler beinhaltet, von denen er jeden einzelnen wiederum als Gott bezeichnet (vorausgesetzt sie spielen richtig und wollen wieder ein Gott werden)26, was zusätzlich dadurch verwirrender wird, dass er eine Million Götter aus der Andromeda-Galaxie ins Spiel bringt. Es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn er von einer Gottheit, den Göttern und Mensch-Göttern oder so ähnlich reden würde. An dieser Stelle hätte man noch zahlreiche andere unklare Begriffe nennen können.

Nicht zufällig taucht das Adverb „irgendwie“ im Humbles chaotischen Weltbild wiederholt auf. Wenn Humble beispielsweise zu erklären versucht, wie alles aus dem Nichts entstand, schreibt er: „Irgendwie wurde etwas geschaffen“27, und „irgendwie“ hat Gott angefangen „aus dem Nichts zu existieren“28. Schließlich: „Irgendwie war das Nichts in der Lage ein Konzept zu erstellen“29. Wobei er auch hier ungenau bleibt, wenn er sagt, dass wenn es „nicht Konzepte, dann Ideen oder so was ähnliches“ waren.30 Bei seinen Ausführungen beruft sich Humble immer wieder auf Logik, die jedoch sehr eigenartig ist. Beispielsweise schreibt er: „Gott kam erst zustande, als das erste Teilchen des Universums erstellt wurde“, und andererseits: „Nachdem Gott den ersten Punkt geschaffen hat, existierte er“31. Wie konnte aber dieser Gott etwas erschaffen, wenn er noch nicht existierte? Das Adverb „irgendwie“ wäre eine Antwort im Humbles Sinne. Man könnte es auch stehen lassen, wenn er sein Modell nicht als etwas völlig logisches behaupten würde.

Angefangen im chaotischen Nichts, in dem irgendwie alles möglich ist, versucht Humble auch das Spielende zu erklären. Auch in diesem Fall bleibt vieles unklar. Was ist der Sinn des Lebens: Spielen oder gewinnen? Einerseits sagt Humble, dass es nicht ums Gewinnen geht, sondern um das Spiel an sich:

ZITAT: Die erste Lüge dieses Universums ist, dass das Ziel der Lebensspiele im Gewinnen besteht. Das ist wirklich falsch. Der eigentliche Zweck der Spiele im Leben ist es, ein Drama zu schaffen, um sich daraus ergebenden Emotionen zu erleben. […].
Der eigentliche Zweck der Lebensspiele ist das Drama und die daraus resultierenden Emotionen. Es ist ein bisschen wie ins Disneyland gehen. Die Idee besteht darin, Spaß zu haben und sich selbst genießen.32 (Jim Humble)

Deswegen soll man laut Humble darauf bedacht sein, das Drama zu schaffen, und nicht gewinnen wollen: „Das Spiel ist einfach, das Spiel zu spielen. Das ist der Zweck dieses Universums“33. Doch andererseits spricht er vom Gewinnen: „Es wird einige Zeit dauern, aber wir können gewinnen“34. Das Gewinnen sei entscheidend für das Verlassen des Universums. „Wenn sie also vor dem Ende der Zeit [aus dem Universum] heraus wollen, müssen sie das Spiel gewinnen“35. Anders gesagt: „Wenn sie das Spiel nicht gewinnen, müssen sie hier bis zum Ende (der Zeit) bleiben, durchaus ein paar Milliarden Jahre“36, schreibt Humble. Sein Vergleich des Lebens mit Disneyland ist deshalb insofern widersprüchlich, als das Leben im Fall des Verlierers auch eine negative Seite bekommt, nämlich eine unglückliche Reinkarnation aufgrund eines schlechten Karmas.

Auch in Bezug auf Karma bzw. Schuldfrage bleibt Humble vieldeutig. Einerseits behauptet er, dass es keine Schuld gibt. Um kein schlechtes Karma zu bekommen, sollen die Menschen sich nicht schuldig fühlen, sondern an eigene Göttlichkeit denken. Wenn z. B. ein Kind mit AIDS geboren wird, so geschehe das „wegen seiner Entscheidungen“37. Warum entscheidet sich aber jemand für Leid? In seiner Antwort darauf spricht Humble wiederum von Schuld, wenn auch auf dem Umweg über die Strafe. Wenn ein Mensch mit niedriger Integrität reinkarniert – erklärt Humble – bekommt er als Strafe einen schlechten Körper.38 Jeder sei selbst verantwortlich, „weil man den Fehler selbst verursacht“39. Weiter schreibt er: „Alle Menschen haben schon einmal gelebt. Man wählt einen Körper, von dem man weiß, dass man es verdient hat“40. Man bleibt also schließlich an allem selbst schuld: „Der Gott, der sie belohnt oder straft, sind sie“41. Seiner Meinung nach ist ein Baby mit AIDS zwar unschuldig, aber es hat seine Krankheit verdient, sprich ist dennoch selber schuld. Das alles abgesehen davon, dass Humble im Widerspruch zum Karma-Konzept die bösen Implantate für alle Krankheiten verantwortlich macht.

Angesichts der angeführten Ungereimtheiten ist Humbles Weltbild unklar und widersprüchlich – seine Welt bleibt ein chaotischer Kosmos.

4.4 Falsche Prophezeiungen: Die Wende

Ebenfalls problematisch sind Humbles unerfüllte Prophezeiungen bzw. Prognosen. Etwa im Jahr 2007 prognostizierte er 500 Millionen Heilungen von Malaria in nächsten fünf Jahren.42 Er schrieb, dass alle diese Geheilten wieder arbeitsfähig werden, was die Welt drastisch verändern wird. Bis jetzt ist jedoch keine massenhafte Heilung der Malariakranken oder eine drastische positive Veränderung in Afrika, wo es die meisten Malariafälle gibt, eingetroffen.

Humble prophezeit außerdem einen weltweiten Frieden. In 100 bis 300 Jahren – so seine Prognose – sollen die Mensch-Götter mittels Heilkunde einen Paradigmenwechsel vollzogen haben.43 Er schreibt: „Das dritte Jahrtausend wird ein Zeitalter des Friedens sein“44. Allerdings befindet sich Humble mit der Ankündigung des weltweiten Friedens in einem Dilemma. Denn die Menschheit ist nicht auf einem höheren Niveau angekommen, sprich das Böse verschwand nicht. Humble kann aber das Erreichen der höheren Ebene nicht behaupten, solange das Böse in der Welt weiterhin besteht, denn die höhere Ebene beinhaltet bei ihm einen Frieden in der ganzen Galaxie. Inzwischen hat Humble den eigentlichen Beginn des dritten Millenniums auf das Jahr 2017 datiert. Es bleibt abzuwarten, welche Argumente 2017 kommen, wenn der Paradigmenwechsel ausbleibt. Vermutlich – wie so oft in solchen Fällen – wird das Zielerreichen behauptet und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass es noch ein größeres Endziel zu erreichen gilt. Seine Anhänger werden sich wahrscheinlich auf solche Aussagen berufen wie: „Es ist vielleicht nicht in diesem Jahr oder im nächsten Jahr oder sogar in diesem Jahrhundert, aber schließlich wird die Menschheit das Böse und die Brutalität überwinden“45. Diese Prophezeiungen bzw. Prognosen sind zum einen nicht zugetroffen, und zum anderen so ungenau, dass sie auch im Jahr 2017 kaum zu überprüfen sein werden.

Wer diese angeführten Ungereimtheiten von Humble als problematisch sieht, wird von ihm als ein Unverständiger gebrandmarkt. Anstatt eigene Position genauer zu erklären, geht Humble in Erleuchtung davon aus, dass 90 Prozent der Leser nicht erleuchtet genug sind, um seine Gedanken zu verstehen.46 Damit versucht er zwar sich gegen jegliche konstruktive Kritik abzuschirmen, bleibt aber den Lesern eine genaue Erklärung schuldig, und hält sie – vorsichtig formuliert – für nicht besonders intelligent. Und die Fragen bleiben offen: Wer ist Gott? Wie ist alles entstanden? Woher kommt das Böse? Und wozu lebt der Mensch? Bei allen schwammigen Irgendwie-Antworten von Humble auf diese Fragen wird eins dennoch klar: Humbles Weltbild ist hochgradig okkult.

Fußnoten

1 Jim Humble, MMS: Der Durchbruch, 60.
2 Jim Humble, „Jim Humble und die Geschichte hinter MMS“, 60.
3 Jim Humble, Secrets of Enlightenment.
4 Mark Grenon, „The Genesis II Church sacred stone Larimar now available!“
5 Jim Humble, „Jim Humble’s Response to ABC News 20/20, 2016“.
6 ABC News, Church Claims ,Miracle Cureʻ for Autism, 00:00-00:13.
7 Jim Humble, „Jim Humble’s Response to ABC News 20/20, 2016“.
8 Jim Humble, Secrets of Enlightenment, Rückseite.
9 Jim Humble, „MMS/CDS Seminar & Your Life’s Journey“; Jim Humble, „The Next ‚You Can Be an MMS Teacher‘ Seminar“.
10 Jim Humble, „What About When the Mayan Calendar Ends?“
11 Dr. Samuel Leuenberger, Scientology. Heilsweg „Dianetik“?, 43.
12 Jim Humble, „MMS/CDS Seminar & Your Life’s Journey“; Jim Humble, „What About When the Mayan Calendar Ends?“; Jim Humble, Interview über Aliens.
13 Jim Humble, „Jim Humble und die Geschichte hinter MMS“.
14 Ebd.
15 Dr. Samuel Leuenberger, Scientology. Heilsweg „Dianetik“?, 25–26.
16 Jim Humble, Secrets of Enlightenment, 1. Buch.
17 Ebd.
18 Ebd., Kap. 1.
19 Jim Humble, „Geheimnisse der Erleuchtung“.
20 Jim Humble, „Jim Humble und die Geschichte hinter MMS“, 67.
21 Jim Humble, „Interview mit Bill Ryan, Project Camelot“, 23.
22 Jim Humble, „Interview mit Bill Ryan, Project Camelot“.
23 Jim Humble, Secrets of Enlightenment, Kap. 20.
24 Ebd., Kap. 11.
25 Ebd., 1. Buch.
26 Ebd., Kap. 16.
27 Ebd., 1. Buch.
28 Ebd.
29 Ebd.
30 Ebd., Kap. 1.
31 Ebd., 1. Buch.
32 Ebd., Kap. 4.
33 Ebd., Kap. 16.
34 Ebd., Kap. 12.
35 Ebd., Kap. 16.
36 Ebd.
37 Ebd., Kap. 7.
38 Ebd., Kap. 9.
39 Ebd., Kap. 4.
40 Ebd., Kap. 7.
41 Ebd., Kap. 9.
42 Ebd., Kap. 12, 16.
43 Jim Humble, „Jim Humble und die Geschichte hinter MMS“, 67; Jim Humble, Secrets of Enlightenment, Kap. 19.
44 Jim Humble, Secrets of Enlightenment, 1. Buch.
45 Jim Humble, „Further Data on Uniforms for the Genesis II Church“.
46 Jim Humble, Secrets of Enlightenment, 1. Buch.

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